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Pressemitteilung vom 12.08.2008

Bildung als zentraler Standortfaktor

Projekt des Regionalverbandes stärkt Wertschöpfung in Südniedersachsen – Landtagsabgeordnete als Initiatoren

Göttingen.

Ein gutes Bildungssystem ist für alle wichtig: Für Schülerinnen und Schüler, weil Qualifikation für sie Zugang für gesellschaftliche Teilhabe und Berufstätigkeit bedeutet; für Unternehmen, weil sie auf gut ausgebildete Mitarbeiter angewiesen sind. Und für die Region insgesamt. Weil Bildung Wertschöpfung heute und morgen bedeutet.

So liegt es nahe, dass eine Region wie Göttingen, die von Grundschulen und Gymnasien über Weiterbildungseinrichtungen bis hin zu Georg-August-Universität von kompetenten Qualifizierungseinrichtungen geprägt ist, Bildung zu ihrem zentralen Handlungsfeld macht. Ein Handlungsfeld, das Stadt- und Kreisgrenzen wenig Beachtung schenkt, sondern den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Bildung als regionale Aufgabe: Das ist landes- und bundesweit ein relativ neuer Ansatz – eine Herausforderung, die längst noch nicht in alle Facetten ausgeleuchtet ist und die weder Kultusministerkonferenz (KMK) noch Bundes- und Landesregierung aus ihren originären Zuständigkeiten entlassen will, der sich aber die kommunalpolitisch Verantwortlichen offensiv stellen, weil sie die Qualität des Standorts „Region Göttingen“ weiter ausbauen wollen.

Den Ausgangspunkt dazu bildete eine Initiative, die die Landtagsabgeordneten Dr. Gabriele Andretta, Dr. Harald Noack und Stefan Wenzel bereits im Jahr 2006 Wahlkreis- und Partei übergreifend gestartet hatten. Ihr bildungspolitischer Impuls wurde verstärkt durch die Zielsetzungen, auf die sich der Vorstand des Regionalverbandes Südniedersachsen im Rahmen der Regionalen Entwicklungs-Strategie „Wissensregion Göttingen“ in Abstimmung mit der Niedersächsischen Landesregierung ebenfalls 2006 verständigt hatte. Gemeinsames Anliegen: Weitere Optimierung des Bildungssektors in der Region Göttingen – beispielsweise durch Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen – und bessere Vermittlung der erreichten Qualität nach innen und außen.

Dabei geht der Anspruch „Bildungsregion Göttingen“ von der Erkenntnis aus, dass auch in dieser Region Defizite bestehen. So verlassen noch zu viele Jugendliche in Südniedersachsen die Schule ohne Abschluss. Auf der anderen Seite klagen Betriebe darüber, dass viele Bewerberinnen und Bewerber um Ausbildungsplätze nicht ausbildungsfähig sind. An vielen Schulen wird zudem keine ausreichende Wirtschafts- und Berufsorientierung vermittelt. Und die Zusammenarbeit zwischen Beratungseinrichtungen lässt mancherorts noch zu wünschen übrig. Dazu kommt die mangelhafte Bereitschaft und Kompetenz mancher Eltern, ihre Aufgaben in der Erziehung ihrer Söhne und Töchter ausreichend wahrzunehmen. Dies führt dazu, dass bestehende Ungleichgewichte in den Ausgangschancen potenziert werden – ein Dilemma, das insbesondere bei Familien mit Migrationshintergrund besteht.

Bei aller Wertschätzung, die die Region Göttingen bei Experten auf Bundes- und Landesebene genießt, darf also, wer Bildung als zentralen Standortfaktor versteht, die Augen vor bestehenden Defiziten nicht verschließen. Schulen und Hochschulen, Kammern und Kommunen, Betriebe als Ausbilder und nicht zuletzt die Landesregierung als Verantwortliche für die Qualität von Bildung wissen um den Optimierungsbedarf. Und viele der Verantwortlichen haben sich – während der Bildungskonferenzen im Juli 2007 in Göttingen, im November 2007 in Einbeck und im Juni 2008 in Osterode am Harz - dazu bekannt, im Rahmen der „Bildungsregion Göttingen“ intensiver noch als bislang kooperieren zu wollen.

Dass Bildung ein regionales Thema ist, liegt auf der Hand: Junge Leute suchen über den eigenen Wohnort hinaus Lehrstellen, beginnen Ausbildungen und gehen zur Arbeit. Es bedarf kluger Abstimmung zwischen den Bildungsakteuren, um Kindern und Jugendlichen eine erfolgreiche Bildungsbiographie zu ermöglichen. Elternhäuser, Kindergärten, Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und Betriebe sind also gefordert. Umgekehrt ist es auch für die Region von existenzieller Bedeutung, dass die Bildungsbiographien ihrer Kinder und Jugendlichen gelingen und ihre Integration in die örtliche Gemeinschaft glückt.

Zu den ersten Ergebnissen dieser neuen Form regionaler Bildungspolitik gehört das Portal www.bildungsregion-goettingen.de, das viele Personalverantwortliche bei der Gewinnung von Fachkräften für Unternehmen und Hochschulen bereits konsequent nutzen.

Das Wissen von Akteuren aus den verschiedenen gesellschaftlichen Zusammenhängen wird im Rahmen der Bildungsregion Göttingen seit August 2008 an für weitere gemeinsame Projekte aktiviert. Angesichts rückläufiger Schülerzahlen sind die Kommunen auf regionale Zusammenarbeit angewiesen. Wer ein qualitativ hochwertiges und zugleich ortsnahes Angebot vorhalten will, muss Kooperationen mit Nachbargemeinden eingehen. Durch eine bessere Vernetzung von Bildungseinrichtungen wird eine Lernumgebung geschaffen, die Schülerinnen und Schülern hilft, sich auf ein eigenständiges Leben und lebensbegleitendes Lernen vorzubereiten. Dieser Aspekt wird auch die vierte Bildungskonferenz prägen, die am 22. November 2008 in Göttingen stattfindet. Erwartet wird dazu die Niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann.

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