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Pressemitteilung vom 17.12.2009

Ausbildungsreife: Eltern, Schüler, Schulen und Betriebe sind gefordert

Mehr als 160 Gäste bei der sechsten Bildungskonferenz Bildungsregion Göttingen bei ContiTech in Northeim

Pressefoto
Testen den Herzschlag der Bildung: ContiTech-Geschäftsführer Heiko Eymer, Bildungsmanagerin Nina Zastrow und Landrat Michael Wickmann
Northeim.

Viele Jugendliche klagen darüber, dass ihnen keine echte Chance auf einen Einstieg in das Berufsleben eröffnet wird - andererseits sprechen Betriebe von mangelnder Ausbildungsreife der Bewerber: Vorschläge zur Lösung brennender Probleme auf dem Ausbildungsstellenmarkt prägten die sechste Bildungskonferenz der Bildungsregion Göttingen bei ContiTech in Northeim.

Der fehlende Rückhalt in der Familie, die unzureichende Ausbildungsmotivation von Jugendlichen und geringe Kenntnisse über die Arbeitswelt beeinträchtigen nach Einschätzung von Verena Eberhard vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB, Bonn) die Ausbildungsreife vieler Jugendlicher. Nachdrücklich plädierte die Arbeitsmarktexpertin für ein stärkeres Engagement aller Beteiligten: Die Betriebe sollten vermehrt Kontakt zu den Schulen suchen, sich ihrer Verantwortung stellen, auch schwächere Jugendliche auszubilden und bei der Bewerberauswahl stärker auf das Entwicklungspotenzial junger Leute zu achten. Besondere Bedeutung komme aber dem Elternhaus zu. Die Eltern müssten, so Verena Eberhard vor 160 Konferenzteilnehmern in der ContiTech-Werkshalle, ihren Kindern stärker als bisher grundlegende Werte vermitteln, die Berufswahlproblematik rechtzeitig thematisieren und positive Vorbilder sein. Lehrer sollten sich im Hinblick auf die Anforderungen der Berufswelt fortbilden, die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen bei Schülern stärken und damit die Ausbildungsreife der jungen Leute unterstützen. Und die Jugendlichen selbst? Sie müssen, so die Botschaft von Verena Eberhard, lernen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, ihre Kompetenzen realistisch einzuschätzen und zu versuchen, schon während ihrer Schulzeit Kontakt zur Berufswelt zu finden.

Das im Rahmen der „Bildungsregion Göttingen“ vom Regionalverband Südniedersachsen und seinen Partnern entwickelte Konzept „SchulBetrieb“, das der Systematisierung von Kontakten zwischen Schulen und Unternehmen dient, berücksichtigt nach Meinung der Referentin wesentliche Aspekte moderner Berufswahlorientierung. Heiko Eymer, Geschäftsführer ContiTech Elastomer Coatings, erklärte: „Die Bemühungen der Bildungsregion Göttingen fallen bei uns auf fruchtbaren Boden, denn als international tätiges Unternehmen und größter Industriearbeitgeber in Südniedersachsen brauchen wir gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter. Daher sehen wir uns in der Verantwortung, jungen Menschen eine Perspektive zu bieten – heute und in Zukunft.“

Für ContiTech sei es wichtig, motivierte und selbstständig denkende Jugendliche zu bekommen. Darum habe er die Konferenz gerne unterstützt. Eymer: „Schüler müssen Ehrgeiz entwickeln, Leistung zu zeigen. Nur dann können sie später einen wertvollen Beitrag für Unternehmen leisten.“

Schüler müssen sich dem Wettbewerb stellen – nur wer leistungsbereit sei, habe im Berufsleben eine Chance: Darauf hatte in seiner Begrüßungsrede auch Northeims Landrat Michael Wickmann hingewiesen. Wickmann lobte Strategie des Regionalverbandes Südniedersachsen, durch die Ausrichtung von Bildungskonferenzen zentrale Handlungsfelder des Übergangs von einem Bildungssektor in den anderen zu beleuchten und für die Lösung wichtiger Probleme konkrete Hinweise zu geben.

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