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Pressemitteilung vom 02.06.2010

Lichtenberg Goes Wireless

Deutsche Telekom AG und IGS Geismar werden erste Lernpartnerschaft der Initiative SchulBetrieb

Pressefoto
Bildungsdezernent Ludwig Hecke, Schulleiter Wolfgang Vogelsänger, Ausbildungsleiterin Deutsche Telekom AG Anne Gonschor, Bildungsmanagerin Nina Zastrow
Göttingen.

Die Gesamtschule in Geismar wird derzeit mit einem neuen WLAN-Netz ausgestattet. Wer sich jetzt ein Team von Technikern bei der Arbeit vorstellt, liegt falsch - diesen Auftrag erledigen Schüler des achten Jahrgangs gemeinsam mit Auszubildenden aus dem Göttinger Ausbildungszentrum der Deutschen Telekom AG. Die Tätigkeiten erfolgen nach den Regeln des klassischen Projektmanagements: Praxisorientiertes Lernen, verbunden mit der Öffnung von Schule und Unterricht für betriebliches Denken und Handeln. Grundlage ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Deutschen Telekom AG und der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule im Rahmen des Projektes SchulBetrieb. Unterzeichnet wurde das acht Seiten umfassende Papier im Lichtenberg-Saal der IGS in Geismar in Anwesenheit des Göttinger Bildungsdezernenten Ludwig Hecke und des Geschäftsstellenleiters der IHK Hannover in Göttingen, Dr. Martin Rudolph, von IGS-Schulleiter Wolfgang Vogelsaenger und Anne Gonschor, Leiterin des Ausbildungszentrums Hannover der Deutschen Telekom AG. Durch die von der Bildungsmanagerin Nina Zastrow (Regionalverband Südniedersachsen) als Bestandteil der „Bildungsregion Göttingen“ vorbereitete Vereinbarung wurden IGS und Deutsche Telekom zu Lernpartnern - die erste Lernpartnerschaft dieser Art in Südniedersachsen.

Die Idee, Unternehmen und Schulen zusammenzubringen, ist nicht neu. Innovativ jedoch ist, dass Lernpartnerschaften nicht nur der bekannten Problematik von freibleibenden Ausbildungsstellen und dem durch den demographischen Wandel verschärften Arbeitskräftemangel begegnen, sondern die aktuelle schulpolitische Diskussion um eine fächerübergreifende Berufsorientierung und die Zunahme an Berufs- und Praxistage für Schüler aufgreifen. Schulen soll eine Entlastung und ein deutlicher Mehrwert geboten werden - Unternehmen erhalten schon ab Jahrgang 5 die Möglichkeit, Mitverantwortung für die Ausbildungsreife ihrer späteren Mitarbeiter zu übernehmen: Mathe im Gewächshaus, Chemie in der Metzgerei, Deutsch in der Werbeagentur.

Nach Angaben von Anne Gonschor erhält die Deutsche Telekom eine große Anzahl von Bewerbungen auf Ausbildungsplätze. Es sei schwierig, den damit verbundenen Erwartungen gerecht zu werden. Das Engagement innerhalb des Projektes „SchulBetrieb“ ermögliche es der Telekom, frühzeitig in Kontakt zu geeigneten jungen Leuten zu treten. Dass die erste Schulpartnerschaft mit einer Integrierten Gesamtschule eingegangen wurde, sei kein Zufall. Anne Gonschor: „Wie auch bei der IGS steht bei der Telekom der Mensch im Mittelpunkt. Als international aufgestellter Konzern brauchen wir Mitarbeiter, die Sozialkompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit mit Fachwissen und hoher Motivation verbinden. Die frühe Berufsorientierung, die an der IGS geboten wird, kommt uns sehr entgegen.“

Dr. Martin Rudolph betonte, in Südniedersachsen gebe es eine große Zahl an Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben – die gingen allerdings längst nicht so weit wie es das Konzept „SchulBetrieb“ vorsehe. Der IHK gehe es darum, auch kleinere und mittlere Betrieben bei ihrer Kontaktpflege zu Schulen zu unterstützen. Rudolph: „Deshalb halte ich es für denkbar, dass das Projekt SchulBetrieb auch in Form von Verbundmodellen mit der Beteiligung mehrerer Betreibe realisiert wird.“ Rudolph lobte die Arbeit der Bildungsmanagerin Nina Zastrow bei der Vorbereitung der ersten SchulBetriebs-Vereinbarung.

Da sie sich national und europaweit als „Stadt, die Wissen schafft“ positionieren wolle, unterstützte die Stadt Göttingen erfolgreiche Modelle der Unterstützung von Betrieben – so betonte Bildungsdezernent Ludwig Hecke. „Wir werben dafür, dass junge Menschen nach Abschluss der Ausbildung bei uns bleiben. Dafür sind gute Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen ganz wichtig.“ Als Schulträgerin, die für die inhaltliche Ausprägung von Bildung nur wenige Eingriffsmöglichkeiten habe, unterstütze die Stadt Göttingen das Konzept „SchulBetrieb“ nachhaltig. Erfolg in der Umsetzung biete zudem die Chance der Einwerbung weiterer Drittmittel. Bei dem Engagement der Deutschen Telekom gehe es nicht nur um die Anwerbung besonders kompetenter Nachwuchskräfte – im Vordergrund stehe vielmehr die gemeinsame Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen einer Region.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Gesamtschuldirektor Wolfgang Vogelsaenger die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung als sichtbares Zeichen einer engen Zusammenarbeit einer Schule mit einem angesehenen Unternehmen charakterisiert. Zwischen dem, was Schule zu leisten vermöge, und dem, was Betriebe brauchten, gebe es häufig Unterschiede. Das Projekt SchulBetrieb, so Vogelsaenger, biete eine exzellente Chance, diese Differenz zu verringern. Vogelsaenger: „Betrieb und Schule rücken enger zusammen. Unsere Schülerinnen und Schüler werden motiviert, sich besonders in den Fächern anzustrengen, die für Unternehmen besonders wichtig sind.“

Seit Ende letzten Jahres baut die Bildungsregion Göttingen gemeinsam mit den Kammern und der Region des Lernens Osterode am Harz die Initiative "SchulBetrieb - Schulen und Betriebe als Lernpartner" auf. Derzeit befinden sich in ganz Südniedersachsen dreizehn Lernpartnerschaften in der Anbahnungsphase.

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