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Pressemitteilung vom 21.01.2011

Zustimmung zur Forderung nach Inklusion – aber Skepsis beim Aspekt der Realisierbarkeit

Regionalverband Südniedersachsen legt Ergebnisse von Teilnehmer-Befragungen vor - Bildungskonferenz zur Inklusion an der BBS Einbeck

Pressefoto
Christian Otto
Einbeck/Göttingen.

Gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen – diese inzwischen von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierte Forderung einer UN-Konvention ist ein richtiger Ansatz. Zweifel gibt es allerdings in der Frage, ob Inklusion auch in den schulischen Alltag übertragen werden kann. Dieses Spannungsverhältnis ist Ergebnis von Befragungen, die der Regionalverband Südniedersachsen unter Teilnehmern vor und nach der jüngsten Bildungskonferenz in der BBS Einbeck unternommen hat.

Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer der Befragungen halten den Ansatz für richtig. Während aber vor der Konferenz lediglich ein Drittel der Befragten die Inklusion als „nicht realisierbar“ bezeichnete, machten die Skeptiker nach der Konferenz 45 Prozent aus. Der Wissenschaftler Christian Otto, beim Regionalverband mit der Auswertung der Befragungen betraut, schränkt zwar ein, dass ihm aus der Zeit vor der Bildungskonferenz 114 Antworten und aus der Zeit nach der Konferenz 42 Antworten vorlägen – es hätten auch nicht dieselben Personen geantwortet. Otto analysiert: „Dennoch lässt sich der Schluss ziehen, dass eine intensive Befassung mit dem Thema Inklusion Fragen und Zweifel aufwirft. Insofern war die Bildungskonferenz eben keine reine Werbeveranstaltung für die Inklusion, sondern diente der kritischen Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema.“

Als besonders interessant bezeichnet Otto auch die Einschätzungen zu der Frage, welche Hürden auf dem Weg in die inklusive Bildungslandschaft Südniedersachsen besonders hoch sind. Jeweils rund zwanzig Prozent der Befragten nannten die allgemeine Finanzierung, das Engagement der Politik, die Versorgung mit Personal sowie Wille und Mut zur Veränderung als größte Problemfelder. Demgegenüber spielen die Akzeptanz der Gesellschaft, die aktuelle Gesetzeslage und die Qualifikation der Pädagogen nur eine untergeordnete Rolle.

Gefragt nach dem Akteur mit der größten Bedeutung bei der Umsetzung der Inklusion verdichtet sich das Ergebnis zum einen auf „das Land“ und zum anderen die Gesellschaft“. Die anderen Akteure erscheinen offensichtlich zweitrangig. Es lässt sich also erkennen, dass bei den Befragten der Wunsch nach einer an klaren Vorgaben orientierten Umsetzung der Inklusion groß ist.

Vermutlich an der Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschuldet ist das besondere Interesse an schulischer Inklusion. Die Bereiche frühkindliche Bildung, außerschulische Bildung und Übergang in den Beruf spielen aus Sicht der Befragten eine eher untergeordnete Rolle.

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