o
  o
 

Pressemitteilung vom 18.12.2011

„Wir müssen mehr voneinander wissen“: ETT und Gutenberg-Realschule gehen Kooperation ein

Ratifizierungsfeier in der Aula der Schule in Northeim - Zwei „SchulBetriebe“ starten Zusammenarbeit mit viel Optimismus.

Pressefoto
(v.l.) ETT-Mitarbeiter Julian Dumschat, Geschäftsführender Gesellschafter Martin Dirks und Schulleiterin Iris Halle mit Schüler/innen der Gutenberg-Realschule
Northeim.

Ein wenig skeptisch sei sie schon gewesen, räumte Iris Halle ein. Schließlich sei der Schulalltag ohnehin eng getaktet und biete viele Herausforderungen. Doch seit die Schulleiterin das Konzept „SchulBetrieb“ näher kennengelernt und mit der ETT Verpackungstechnik GmbH in Fredelsloh den idealen Partner für eine gemeinsame Umsetzung gefunden hat, ist sie überzeugt davon, dass die Vereinbarung eines Partnerschaftsvertrages genau der richtige Schritt war. Mit der feierlichen „Ratifizierung“ im Rahmen der „Bildungsregion Göttingen“ sind das Fredelsloher Unternehmen ETT und die Gutenberg-Realschule nunmehr „SchulBetriebe“. Landrat Michael Wickmann beglückwünschte beide Partner zu diesem Schritt in eine langfristig angelegte Partnerschaft. Sie geht weit über die üblichen Praktika hinaus.

Die Projektmanagerin Dr. Gülen Özaktürk vom Regionalverband Südniedersachsen hatte im Frühjahr die ersten Einzelgespräche mit Verantwortlichen des Betriebs und der Schule geführt. Zunächst ging es um die Frage, ob beide mit ihren Vorstellungen zusammenpassten. „Matching“ – das war die Aufgabe, die erfolgreich bewältigt wurde. Es folgten Ideenbörse und Ideenkonkretisierung sowie die Ausarbeitung des Kooperationsvertrages, in dem sehr präzise die einzelnen Maßnahmen einschließlich der zeitlichen Ziele festgehalten wurden.

Der Geschäftsführende Gesellschafter der ETT, Martin Dirks, und die ETT-Mitarbeiter Jürgen Mühlhausen und Julian Dumschat zeigten sich mit Schulleiterin Iris Halle einig in der Einschätzung, dass die Partnerschaft dank des hohen Engagements von Dr. Gülen Özaktürk auf feste Fundamente gestellt worden sein. Martin Dirks: „Frau Dr. Özaktürk hat eine exzellente Leistung erbracht. Dafür danke ich ihr im Namen meines ganzen Teams.“ Dirks betonte, dass ETT junge Leute brauche, die sich für das Unternehmen und seine Zielsetzungen begeistern könnten. Er hoffe, durch die Kooperation motivierte und kompetente Absolventinnen und Absolventen der Gutenberg-Realschule für sein Unternehmen gewinnen zu können.

Dirks wies daraufhin, dass rund die Hälfte der ETT-Auszubildenden nach Abschluss der Ausbildung weiterführende Schulen und Hochschulen besuchten. ETT biete eine Beteiligung an der Finanzierung dieser Ausbildung an, wenn die jungen Leute bereit seien, sich längerfristig an die ETT zu binden.

Schule und Betrieb starten mit hohen und gleichzeitig präzisen Erwartungen in die Partnerschaft. Während einer Podiumsdiskussion bezeichnete es der Konrektor Jens-Hennig Schult als unerlässlich, offen und ehrlich miteinander umzugehen. Mögliche Konflikte müssten schon in der Entstehungsphase angesprochen werden – dann könnten die Partnerschaft auch langfristig zum Nutzen beider entwickelt werden. Schult: „Wir als Lehrer erhalten ganz neue Einblicke in die Betriebsrealität. Und unsere Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Berufsziele realistisch einzuschätzen.“

Als Elternvertreterin äußerte Claudia Klenke-Giehl die Erwartung, dass die neue Kooperation auch dazu beitragen werde, dass die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt betrieblicher Ausbildungsmöglichkeiten zu erkennen lernten.

In seiner Begrüßung hatte Landrat Michael Wickmann auf die Bedeutung des Konzepts „SchulBetrieb“ als wirtschaftsfördernde Maßnahme des Landkreises Northeim hingewiesen. Wickmann ging auf den demographischen Wandel ein und wies auf das Zurückgehen der Schülerzahlen ein. Viele Betriebe registrierten schon jetzt deutliche Rückgänge bei den Bewerberzahlen. Enge Kontakte zu den Schulen mit der Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler über eine längere Zeit kennenzulernen, ermöglichten es den Betrieben, geeignete junge Leute für die betriebliche Ausbildung zu gewinnen. Ein wichtiger Nebeneffekt des Konzepts „SchulBetrieb“ liege darin, dass Schülerinnen und Schüler Betriebe und die dort vorhandenen persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten besser erkennen könnten. Dirks: „Wir müssen mehr voneinander wissen. Auch Lehrer haben erst durch die Gespräche im Rahmen des SchulBetriebs erfahren, dass es uns in Fredelsloh gibt.“

Aktuelles
Logo Stadt Göttingen Logo Landkreis Göttingen Logo Landkreis Northeim Logo Niedersächsisches Kultusministerium