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Pressemitteilung vom 19.12.2011

Löns-Realschule und Weltunternehmen KWS vereinbaren langfristig angelegte Partnerschaft

Beide sind nunmehr „SchulBetriebe“ – Sorgfältige Vorbereitung durch die Bildungsregion Göttingen und hohe Erwartungen auch bei Landrat Wickmann.

Pressefoto
(v.l.) Schulleiterin Claudia Miehe, Landrat Michael Wickmann, Ausbildungsleiterin der kaufmännischen Berufe Kerstin Gorgs und Projektmanagerin Dr. Gülen Özaktürk mit Schüler/innen der Löns-Realschule Einbeck
Einbeck.

Es war eine der Veranstaltungen, die für viele ihrer Besucher auch unter „Weiterbildung“ hätten firmieren können. Die Schulleiterin Claudia Miehe ließ in einem Nebensatz die Bemerkung fallen, der Begriff „SchulBetrieb“ zeichne sich durch einen Binnenmajuskel aus – also den Großbuchstaben innerhalb des Wortes. Diese Vokabel – das wurde im Anschluss bei Gebäck, Saft und Cola deutlich – hatten zuvor nicht alle der rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Ratifizierungsfeier in der Aula der Löns-Realschule in Einbeck gekannt. Mit Abschluss der Feier unterzeichneten Claudia Miehe, Landrat Michael Wickmann, Kerstin Gorgs, Ausbildungsleiterin kaufmännische Berufe der KWS SAAT AG, und die Projektmanagerin Dr. Gülen Özaktürk vom Regionalverband Südniedersachsen den Kooperationsvertrag.

Im Rahmen der Initiative „Bildungsregion Göttingen“ besiegelten der Betrieb und die Schule eine auf Dauer angelegte Partnerschaft – beide sind nunmehr SchulBetriebe. Schulbetrieb ohne Binnenmajuskel war für Claudia Miehe bislang in der Zeit zwischen 8.00 und 14.00 Uhr die tägliche Realität in ihrer Realschule. Der SchulBetrieb mit Binnenmajuskel wird nunmehr den anderen Schulbetrieb ergänzen – durch enge Kontakte zwischen Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden, KWS-Personalverantwortlichen, Meistern und Lehrerinnen und Lehrern. Konrektor Frank Krause-Waterböhr beschrieb die künftige Realität so: „Wir können den Status des normalen Lehrers verlassen, wir können in den Betrieb gehen und selbst dazulernen. Auf diese Weise können wir auch unsere Schülerinnen und Schülern praxisnäher unterrichten“. Offenheit im Umgang miteinander, Mut und Neugier seien die Erfolgsfaktoren, die es künftig zu beachten gelte.

Für die KWS war es nach Einschätzung der Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Dr. Sabine Michalek, ausschlaggebend, dass die Schule im Frühjahr auf das Unternehmen zugegangen und die Kooperation vorgeschlagen habe. Sabine Michalek: „Die Lehrkräfte haben das pädagogische Know How, wir als Unternehmen verfügen über die Fachkenntnis in vielen verschiedenen Bereichen – diese Kompetenzen ergänzen sich hervorragend.“ Während einer von Dr. Gülen Özaktürk moderierten Podiumsdiskussion machte Wolfgang Neumann als Elternvertreter klar, dass die Schule mit Abschluss des Kooperationsvertrages Neuland betrete. Dieser Schritt könne nur im Interesse der Schüler und damit auch der Eltern sein.

Die Ratifizierungsfeier machte deutlich, dass Dr. Gülen Özaktürk mit Verantwortlichen von Schule und Betrieb die Partnerschaft sorgfältig vorbereitet hatte – dies zudem mit beeindruckender Zielstrebig- und Schnelligkeit. Fest vorgesehen sind unter anderem Bewerbungstrainings und, wie Doris Engelhardt, bei der KWS Ausbildungsleiterin der landwirtschaftlich-technischen Berufe betonte, die gemeinsame Gestaltung und Pflege des Schulgartens der Löns-Realschule durch Ausbildende und Schüler.

In seiner Begrüßung hatte Michael Wickmann auf die dramatisch sinkende Einwohnerzahl des Landkreises Northeim und hingewiesen. Der Landrat: „Innerhalb von nur fünf Jahren verlieren wir die Einwohnerzahl eines Ortes wie Moringen. Das muss man sich mal vorstellen.“ Der demographische Wandel habe den Ausbildungsstellenmarkt völlig umgekrempelt. Den Betrieben drohe ein erheblicher Fachkräftemangel. Er sei nur vermeidbar, wenn Unternehmen mit Schulen eng zusammenarbeiteten. Den jungen Menschen müsse vermittelt werden, dass auch in Südniedersachsen Unternehmen mit exzellenten Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten tätig seien. Wickmann appellierte an die Schülerinnen und Schüler, sich darüber klar zu sein, dass sie vermutlich bis zum 67. Lebensjahr arbeiten müssten – es sei überaus wichtig, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden. Die Kooperation mit einem so breit aufgestellten Unternehmen wie der KWS biete dafür hervorragende Voraussetzungen.

Auf die Bedeutung des SchulBetriebs – mit Binnenmajuskel – aus Sicht der Wirtschaft verwies auch Marc Diederich von der IHK-Geschäftsstelle Göttingen: „Dies ist ein wichtiger Ansatz, mit dem Schule und Betrieb verschmelzen. Für beide entsteht eine echte Win-Win-Situation. Dass wir hier innerhalb weniger Monate schon die 21. Ratifizierung in Südniedersachsen feiern, spricht doch für sich.“

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