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Pressemitteilung vom 14.11.2012

BBS und Sparkasse beschließen Bildungskooperation

Partnerschaft setzt auf praktischen Austausch / Beide Seiten sollen von Zusammenarbeit profitieren / Theorie und Praxis für Schüler

Pressefoto
Landrat Michael Wickmann, Schulleiter Renatus Döring, Sparkassenvorstandschef Stefan Beumer und Holger Schwerdtfeger von der Bildungsregion Göttingen unterschrieben Kooperationsvereinbarung.
Einbeck.

Einen Kooperationsvertrag zur künftigen Zusammenarbeit haben die Berufsbildenden Schulen Einbeck und die Sparkasse Einbeck jetzt unterzeichnet. BBS und Sparkasse wollen in diesem Rahmen Projekte zur Berufsorientierung durchführen. Auszubildende der Bank sollen direkte Ansprechpartner für BBS-Schüler sein.

Das Angebot zu dieser Lernpartnerschaft im Rahmen der Initiative SchulBetrieb habe man mit Freude angenommen, sagte der Schulleiter der BBS, Renatus Döring. Schule sei der Ort zum Lernen, aber auch, um den Umgang mit anderen Menschen zu lernen. Damit erfülle sie einen Bildungs- und einen Erziehungsauftrag. Der Arbeitswelt begegneten die Schüler in unterschiedlichen Fächern. Schule sei bereit, sich zu öffnen. »Schüler verhalten sich anders bei Begegnungen mit Externen«, so die Erfahrung des Schulleiters. Er wünsche sich eine lebhafte und offene Schule, und so freue man sich über die Lernpartnerschaft: »Ich habe ein gutes Gefühl dabei«, stellte er fest. Dabei hätten die Sparkasse und die BBS die gleiche Zielsetzung: Man habe die Schüler im Blick und wolle es ihnen ermöglichen, außerschulische Lernkontakte zu knüpfen.

Mit der Vertragsunterzeichnung werde die erste Lernpartnerschaft zwischen einem Betrieb und einer Berufsschule eingerichtet, erläuterte Landrat Michael Wickmann. Zwölf Unternehmen im Landkreis hätten bereits Kontakte zu allgemeinbildenden Schulen vereinbart – in Einbeck die Löns-Realschule und die KWS – und dabei positive Erfahrungen gemacht. Ein wichtiges Anliegen sei, die Schüler auf die Unternehmen vorzubereiten. Das Projekt wolle dem Denken vorbeugen, dass nur ein Abitur zähle. Viele Betriebe, gerade auch im Handwerksbereich, hätten inzwischen Probleme, Fachkräfte zu bekommen, und hinzu komme die demografische Entwicklung. Eine solche Partnerschaft sei eine Chance zu sehen, wer zum Unternehmen passe. Gesucht seien Auszubildende, die auch in der Region bleiben würden. Beiden Seiten wünschte er Spaß und viele gemeinsame Projekte, in denen sie aufeinander zugehen könnten. Die Sparkasse habe sich unter dem Eindruck von Einstellungsgesprächen zum Mitmachen bewegen lassen, führte der Vorstandsvorsitzende Stefan Beumer aus. Das Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge beschränkte sich bei Schülern häufig nur auf die Theorie. Dem Unternehmen fehle es an Praxis, und so sei der Wunsch entstanden, Schule und Unternehmen enger zu verzahnen. Dabei wolle sich das Geldinstitut auch aktiv einbringen.Die Sparkasse stelle sich als solides Haus dar, das attraktive Arbeitsplätze biete. Beumer dankte dem BBS-Team für die Vorbereitung: Gemeinsam konnten schnell viele Ideen zusammengetragen werden:?»Das reicht schon für zwei Jahre«, schmunzelte er.

Für die Industrie- und Handelskammer Göttingen hob Nadia Mohseni Akhavan den Wert des Dualen Ausbildungssystems hervor. Schule und Betrieb würden bei diesem Vorhaben zudem wunderbar verbunden, es sei für beide Seiten gut, frühzeitig aufeinander zuzugehen. Die Kooperation, berichtete sie, sei der 33. SchulBetrieb in Niedersachsen. Anhand von Beispielen stellte Karin Henne-Mudrack, Personalleiterin der Sparkasse, das Kooperationsvorhaben vor. Zum einen sei geplant, Experten in den Unterricht zu schicken. Sie sollten die Schüler unter anderem über Budgetplanung und Verschuldung informieren, denn auch Jugendliche seien gefährdet – es sei deshalb wichtig, sie vor Schuldenfallen zu warnen. Auszubildende würden ihre Aufgaben darstellen, das sei sowohl für sie selbst als auch für die Berufsschüler spannend. Schließlich wolle man Bewerbungstraining anbieten, denn dabei, so die Erfahrung, seien viele Fehler möglich. Schnuppertage könnten Sparkasse und Lehrern gegenseitige Praktika ermöglichen. Es sei für die Unternehmensseite mit Blick auf die künftigen Auszubildenden wichtig zu wissen, wie Schule funktioniere.

Auf die Zusammenarbeit freue sie sich sehr: »Das wird einfach klasse.« »Bildung braucht Vorbilder«, betonte BBS-Koordinatorin Susanne Brandes. In der Lernpartnerschaft komme es auf praktischen Austausch an und darauf, andere Sichtweisen zu vermitteln. Experten aus dem Betrieb sagten den Schülern, was gefordert sei; deren Auszubildende wiederum könnten im Rahmen von Projekten berichten. Auf dieser Ebene miteinander ins Gespräch zu kommen, sei für die Schüler einfacher, als im Unternehmen selbst zu fragen oder im Internet zu recherchieren. Wenn sich Schule auf diese Weise öffne, sei das eine wichtige Erfahrung für Schüler bei der Berufs- oder Studienwahl. Das Projekt sei in jedem Fall langfristig angelegt. Von einer kreativen konstruktiven und angenehmen Vorbereitung berichtete Holger Schwerdtfeger von der Bildungsregion Göttingen. Man habe sich auf Augenhöhe getroffen. Die Schüler würden sicher davon profitieren, gemeinsam könnten sie besser lernen, und der Unterricht werde angereichert durch glaubwürdiges Expertenwissen.

Quelle: Einbecker Morgenpost

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