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Pressemitteilung vom 28.11.2012

Wofür das Schulwissen wichtig ist

Oberschule Bad Sachsa und Harz Guss Zorge unterzeichneten Kooperationsvertrag zur SchulBetriebs-Partnerschaft

Pressefoto
Julia Koblitz, Martin Hartung, Ulf Hoffmeister, Gero Geißlreiter und Franz-Michael Hemesath (v.l.) bei Vertragsunterzeichnung.
Bad Sachsa.

"Heute wird grundsätzlich alles als Kompetenz erklärt, selbst bei Säuglingen wird der Begriff gebraucht", polemisierte Schulleiter Ulf Hoffmeister gegen ein Herunterbrechen von Bildung bei der Auftaktveranstaltung der SchulBetriebs-Partnerschaft zwischen der Oberschule Bad Sachsa und der Harz Guss Zorge GmbH. Wichtig sei eine qualifizierte Begleitung von Schülern, damit sie sich später in der Berufswelt zurechtfinden, machte Hoffmeister deutlich. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieben, wie sie die Initiative SchulBetrieb seit Herbst 2009 an vielen Schulen im Landkreis bereits auf den Weg gebracht hat. Ziel sind langfristige Lernpatenschaften, die den Übergang zwischen Schule und Beruf erleichtern.

Die Probleme des demografischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels sind in der Region bekannt, machte der Erste Kreisrat Gero Geißlreiter deutlich, und wies auf zwei weitere Zahlen hin, die seiner Ansicht nach deutlich machen, "dass der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt gut und vor allem frühzeitig vorbereitet werden muss". 75 Prozent aller Jugendlichen konzentrierten sich bei der Berufswahl auf gerade einmal 30 Berufe, die Mehrheit der insgesamt 345 anerkannten Ausbildungsberufe sei vielen offenbar kaum bekannt. Weiterhin würden 18 Prozent aller Jugendlichen ihre Ausbildung im ersten oder zweiten Jahr abbrechen. Hier setze die Initiative SchulBetrieb an und biete einerseits Entwicklungsperspektiven für Jugendliche, andererseits sei sie eine Nachwuchssicherung für den Wirtschaftsstandort. Eine solche Kooperation sei auch im Sinne der Stadt Bad Sachsa, machte Bürgermeisterin Helene Hofmann deutlich, einerseits, da man sich für die Kinder und Jugendlichen hier verantwortlich fühle, andererseits weil gerade die Zusammenarbeit mit der Firma Harz Guss in Zorge einen Schritt gehe, der auf der politischen Ebene noch ausstehe. "Es ist ja auch eine Art kleine Fusion, die zeigt, dass Zusammenarbeit beiden Seiten hilft", sagte sie. Martin Hartung, Leiter Personalwesen bei Harz Guss, wies zunächst einmal auf die Bedeutung des Unternehmens mit etwa 500 Mitarbeitern und rund 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr hin, das somit einer der größten Arbeitgeber der Region sei und mit Bauteilen für Nutzfahrzeuge oder den allgemeinen Maschinenbau eine breite Produktpalette herstelle. "Innerhalb des Kooperationsvertrages möchten wir für die Schüler Praxisbezüge schaffen, Betriebsbesichtigungen ermöglichen und einiges mehr", kündigte er an.

Dabei müsse nicht immer gleich eine Berufsorientierung verbunden sein, erläuterte Julia Koblitz, Koordinierungsstelle Bildung-Beruf. Idee des Projektes sei es, Begeisterung für Wissen zu schaffen, das man auch in der Welt anwenden kann. Schon ab der fünften Klasse sollten Schüler erkennen, wofür bestimmte Unterrichtsinhalte da seien. "Das ist heute der Start, jetzt müssen wir aktiv gemeinsam weiterarbeiten, Ideen entwickeln und gestalten", sagte sie, bevor die Verträge unterzeichnet wurden.

Dass es bereits ganz konkrete Ideen gibt, berichteten die Oberschullehrer Winfried Brüggener und Ulrich Probst, die mit ihren Klassen bereits in dieser Woche das Unternehmen besuchen werden und mit den Schülern im Rahmen des Physikunterrichts mechanische Modelle erstellen oder Schaltungen auf Platinen löten werden. "Auch die Schüler sind hochmotiviert", sagte Brüggener.

 

Quelle: Harzkurier

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