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Pressemitteilung vom 19.12.2014

Im Jahr 2016 erster Bildungsbericht für die Region Südniedersachsen

Göttinger Kreistag und Schulausschüsse wollen mehr wissen über die Qualität von Bildung – Auftrag an Regionalverband und „Zoom“

Göttingen.

Die Debatte war engagiert, lebhaft und in Teilen kontrovers – und doch beschlossen die Mitglieder des Göttinger Kreistags im Verlauf der letzten Sitzung des Jahres 2014 einstimmig, dass künftig mit wissenschaftlichen Methoden überprüft werden soll, wie sich die Qualität von Bildung entwickelt. Dies soll anhand von Indikatoren erfolgen, die beispielsweise Aussagen dazu machen, wie sich der Sprachförderbedarf von Mädchen und Jungen in Kindertagesstätten entwickelt, wie hoch der Anteil zu früh oder zu spät eingeschulter Kinder ist und wie viele Kinder und Jugendliche in den Schulformen Klassen wiederholen. Der Kreistag will künftig insbesondere erfahren, ob die Übergänge von einem Bildungssektor in den anderen gelingen oder ob es Probleme gibt.

Angaben zu Entwicklungen wie diesen werden in einem Bildungsbericht festgehalten, der im Rahmen eines mittelfristig angelegten Beobachtungsprozesses (Bildungsmonitoring) erstmals im Jahr 2016 vom Regionalverband Südniedersachsen und „Zoom – Gesellschaft für prospektive Entwicklungen“ vorgelegt werden soll.

Beide Partner werden Aussagen zur Qualität von Bildung nicht nur für den Landkreis Göttingen machen, sondern auch für die Stadt Göttingen und die Landkreise Osterode am Harz und Northeim. Damit entstehen innerhalb der Region Südniedersachsen Vergleichsmöglichkeiten, aber auch zu anderen Regionen und zu Durchschnittswerten auf Landes- und Bundesebene.

Im Rahmen der „Bildungsregion Göttingen“ werden Regionalverband und Zoom vorhandene Daten aus ganz verschiedenen Quellen nutzen - dazu gehören das Landesamt für Statistik, das Kultusministerium und die Landesschulbehörde sowie die Kommunen selbst. Nur in Einzelfällen sollen gesonderte Datenerhebungen erfolgen.

In seiner Vorlage für den Kreistag hatte der Göttinger Landrat Bernhard Reuter betont, dass das Bildungsmonitoring frühzeitiges Reagieren auf gesellschaftliche und demographische Tendenzen ermögliche. Es berücksichtige, dass sich die Qualität von Bildung zunehmend zu einem wichtigen Standortfaktor entwickelt habe. Wer sich dieser Herausforderung stelle, verbessere seine Marktposition im Wettbewerb um Fachkräfte und Bürger sowie um öffentliche und private Investitionen. Reuter: „Bildungsmonitoring ermöglicht einen ämterübergreifenden Blick auf Bildung und Erziehung. Die Kommunalpolitik wird in die Lage versetzt, ihre Entscheidungen auf der Basis des besten verfügbaren Wissens zu treffen“. Nicht zuletzt diene das Bildungsmonitoring einer Rechenschaftslegung gegenüber der Öffentlichkeit, inwieweit die angestrebten Ziele umgesetzt wurden.

Foto Sigrid Jacobi
Sigrid Jacobi

Während der Kreistagssitzung wies die CDU-Politikerin Sigrid Jacobi darauf hin, dass es bereits jetzt eine Fülle von Daten gebe, die den Kreistagsentscheidungen zugrunde gelegt würden. Es bestehe die Gefahr, dass ein Bildungsbericht einen Wust an Daten hervorbringe, mit dem niemand mehr umgehen könne. Letztlich sei es aber, so Sigrid Jacobi weiter, richtig, sich einmal einen Bildungsbericht vorlegen zu lassen, um dann entscheiden zu können, ob die Aufgabe Bildungsmonitoring auch mittel- und langfristig wahrgenommen werden soll.

Foto Krenz, Gerl-Plein, Dinges
Renate Krenz, Maria Gerl-Plein, Lothar Dinges

Renate Krenz von der SPD, Maria Gerl-Plein von Bündnis 90/Die Grünen und Lothar Dinges von den Freien Wählern wiesen auf die Chancen hin, die für den Landkreis Göttingen und die gesamte Region Südniedersachsen mit dem Bildungsmonitoring verbunden seien. Dieses Instrument, das inzwischen national und international immer häufiger genutzt werde, trage dazu bei, dass personelle und sächliche Ressourcen möglichst effizient eingesetzt würden. Bildungsmonitoring schaffe zudem eine gute Grundlage für Zuschussanträge bei Land, Bund und EU.

Im November und Dezember hatten sich auch die Schulausschüsse der Landkreise Northeim und Osterode und der Stadt Göttingen für die Erarbeitung eines ersten Bildungsberichts ausgesprochen. Das Bildungsmonitoring soll nach Angaben des Regionalverbandes rund 83.000 Euro kosten. Alle vier Gebietskörperschaften haben für die für 2015 erforderlichen Mittel in ihre Haushaltspläne eingestellt.

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