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Pressemitteilung vom 18.03.2016

Gymnasialer Bildungsauftrag schließt Herzensbildung ein

Max-Planck-Gymnasium schließt fünf Partnerschaften auf einen Streich – Auch soziale Betriebe dabei

Göttingen.

Füllfederhalter und Kugelschreiber wurden gezückt, Unterschriften im Blitzlichtgewitter geleistet und Urkunden aufmunterndem Lächeln an den Nachbarn zur Unterzeichnung weitergereicht: Der Abschluss einer Ratifizierungsfeier im Max-Planck-Gymnasium in Göttingen mit fünf Lernpartnerschaften mochte einige der Gäste an den Abschluss einer internationalen Konferenz erinnern.

Wenn auch an diesem Abend weder Regierungschefs noch Präsidenten die Zustimmung zu einem völkerrechtlich verbindlichen Vertrag dokumentierten, so ging es doch um weitreichende Vereinbarungen weit über die Grenzen der Stadt Göttingen hinaus, die Schulleiter Dr. Wolfgang Schimpf mit renommierten Unternehmen zur Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative „SchulBetrieb“ der Bildungsregion Göttingen vereinbarte.

Der Abschluss von fünf Lernpartnerschaften an einem Abend – das hat es in der Geschichte der Initiative „SchulBetrieb“ noch nicht gegeben. Mehr noch: Die Vereinbarungen mit Unternehmen getroffen, die weit über Südniedersachsen hinausstrahlen – nämlich den Asklepios Fachkliniken, dem Sanitätshaus ORT, der Universitätsmedizin Göttingen, den Göttinger Werkstatten und dem Alten- und Pflegeheim Luisenhof.

Bei der Begrüßung von rund sechzig Gästen hatte Schimpf den Termin der Vertragsunterzeichnung als „Tag des Gelingens“ und als Wechselspiel von „Außen“ und „Innen“ bezeichnet. Dass Schule sich nach außen öffne, sei inzwischen vielfach eine Selbstverständlichkeit. Nicht selbstverständlich sei es, welche Partnerschaften das MPG bereits lebe und darüber hinaus zu entwickeln beabsichtige.

Im Rahmen der Lernpartnerschaften, so der Schulleiter sollten nicht nur Momente der Begegnung inszeniert werden – es gehe vielmehr um nachhaltig wirksame Veränderungen der Blickrichtung und der Wahrnehmungssensibilität. Schimpf: „Die vereinbarten Projekte sind nicht zufällig ausgewählt, sondern folgen einer Grundidee, in der auch ein Stück unseres pädagogischen Credos zum Ausdruck kommt: die Hinwendung zu Menschen mit Einschränkungen, sei es durch Alter, Krankheit oder Behinderungen. Der alle fünf Projekte verbindende soziale Impuls entspricht unserer Auffassung von umfassender Persönlichkeitsbildung. Wir verstehen das als bewusstes Gegengewicht zur kognitiven Sozialisation, die den gymnasialen Bildungsauftrag prägt, aber nicht einseitig dominieren sollte. Denn wenn wir Menschen bilden, dann geht es nicht nur um ihre Köpfe, sondern auch um ihre Herzen.“

Andererseits, so Schimpf weiter, gelte es auch festzuhalten, dass das MPG anders wahrgenommen werde, wenn die vereinbarten Projektideen erst einmal umgesetzt seien. Der Schulleiter lobte die Vorbereitung der Partnerschaften durch die Unternehmen und den Verantwortlichen für Berufsorientierung seiner Schule, Ruben Urban. Der Oberstudiendirektor würdigte darüber hinaus die Unterstützung, die der Studienrat und Bildungskoordinator Lüder Sudmann von der Bildungsregion Göttingen für das Zustandekommen der Partnerschaften geleistet habe.

Der Göttinger Jugend- und Bildungsdezernent Siegfried Lieske betonte, die Bildungsregion Göttingen im Regionalverband Südniedersachsen leiste durch die Lernpartnerschaften wichtige Beiträge zur Öffnung der Schulen und zur Entwicklung von Kontakten der Betriebs zu Schülerinnen und Schülern. Immerhin seien inzwischen in den drei südniedersächsischen Landkreisen und der Stadt Göttingen 45 Schulen und fast 70 Betriebe inzwischen „SchulBetriebe“. In diesem Zusammenhang ging Lieske auch auf die Rolle ein, die Gymnasien innerhalb des Bildungssystems spielten. Es sei völlig unvertretbar, dass sich das Land noch immer weigere, für Gymnasien Schulsozialarbeiter zu finanzieren.

Als Moderator einer beeindruckenden Diskussionsrunde befragte Lüder Sudmann Verantwortliche der fünf MPG-Partnerbetriebe: Gustav Süszer (Asklepios Fachkliniken/ Leiter Bildungszentrum), Petra Reußner (Göttinger Werkstätten/ Bereichsleiterin), Elke Hattenbach (UMG/ Leitung Bildungsakademie), Armin Asselmeyer (Sanitätshaus o.r.t./ Geschäftsführer) und Volker Leuckefeld (Luisenhof/ Leitung Soziale Dienste).

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