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Pressemitteilung vom 31.05.2016

Viel Freude an einem vielfältigen Beruf

SchulBetrieb: Electro Johanns und IGS Einbeck vereinbaren Partnerschaft – Northeimer Landrätin lobt Modell der Bildungsregion

Einbeck.

Die Schulleiterin Sandra Meusel hatte den offiziellen Teil der Veranstaltung längst beendet – doch auch jetzt, in kleinem Kreis, bei alkoholfreiem Sekt und Häppchen, zeigten sich Elektromeister Alexander Johanns und sein Schwiegervater Wolfgang Johanns begeistert von der Aussicht, dass EP: Electro Johanns von der Partnerschaft mit der IGS Einbeck nachhaltig profitieren wird. Und dass ihr Betrieb sich für die Zukunft der Region engagiert. „Wir müssen“, so sagt Alexander Johanns mit Blick in die im vergangenen Jahr fertiggestellte neue Mensa der Schule, „uns doch rechtzeitig um qualifizierten Nachwuchs kümmern. Nur so können wir uns als leistungsfähiger mittelständischer Betrieb auch entwickeln.“

Die Lernpartnerschaft unter dem Titel „SchulBetrieb“ bietet den beiden Handwerksmeistern die Gelegenheit, Jugendliche der siebten Jahrgangsstufe kennenzulernen und ihnen Einblicke in den Betriebsalltag zu vermitteln – in einem Alter also, in dem sich Interessen an der Arbeitswelt und an Berufsfeldern erst entwickeln. Denn nicht in allen Elternhäusern gelingt es, die Freude am Handwerk und an technischen Berufen vorzuleben.

Genau auf Aspekte wie diese hatte zu Beginn der von der Bildungsregion Göttingen im Regionalverband organisierten „Ratifizierungsfeier“ auch die Northeimer Landrätin Astrid Klinkert-Kittel hingewiesen. Die Verwaltungschefin sprach von den Bemühungen vieler Betriebe, frühzeitig die Fühler nach kompetenten und motivierten Nachwuchskräften auszustrecken. Damit leisteten sie unverzichtbare Beiträge zur Linderung des Fachkräftemangels. Nur wenn es gemeinsam gelinge, junge Menschen in ausreichender Zahl gut zu qualifizieren, könne sich die Region auch ökonomisch gut entwickeln.

Das Erfolgsmodell „SchulBetrieb“, an dem sich im Landkreis Northeim bereits 18 Schulen und mehr als zwei Dutzend Betriebe beteiligten, hilft nach Einschätzung von Astrid Klinkert-Kittel bei der Bewältigung der demographischen Herausforderungen. Wer meine, es reiche, erst in den Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schulen Berufsorientierung zu vermitteln, täusche sich.

Die Schulleiterin Sandra Meusel hatte die von der Studienrätin Anna Wucherpfennig von der Bildungsregion Göttingen moderierte Veranstaltung mit einem Gang durch die vollbesetzte Mensa begonnen. Einen Phasenprüfer und eine Abisolierzange in der Hand fragte sie die Schülerinnen und Schüler aus den fünften und sechsten Klassen, welches die korrekten Bezeichnungen für die beiden Werkzeuge seien und zu welchen Arbeiten sie benötigt würden. Sie erhielt dabei viele richtige und einige eher allgemeine Antworten – Zeichen dafür, dass es für die jungen Leute in der IGS und im Rahmen des Modells SchulBetrieb doch noch einiges zu lernen gibt.

Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek betonte, sie habe bereits einmal eine solche Ratifizierungsfeier erlebt – und zwar im Jahr 2011 als Verantwortliche der KWS Saat AG. Damals habe sie erkannt, wie wichtig es sei, dass Schule und Unternehmen an gemeinsamen Projekten arbeiteten und Schülerinnen und Schüler vielfältige Einblicke in den Berufsalltag erhielten. Sabine Michalek: „Die Schule muss frühzeitig auf Arbeitsmarkt-Chancen hinweisen. Und die Betriebe können Kompetenzen aus der Praxis in den Schulalltag einbringen.“

Unterstützt von ihrem Schüler Mathis vermittelte die Lehrerin Jessica-Sabrina Leonhardt einige Ausblicke in die künftige Zusammenarbeit: „Wir werden Theorie und Praxis verbinden. Wir werden Schaltkreise bauen, wir werden löten und Platinen bestücken.“ Sandra Meusel machte deutlich, dass sie als Kind im Elternhaus bereits Begeisterung für den Umgang mit elektrischen Anlagen entwickelt habe. Die Firma EP: Electro Johanns decke Berufsfelder ab, die weit über die Verlegungen von Stromleitungen hinaus reichten und sehr unterschiedliche Herausforderungen - von der Installation von Fotovoltaik- und Telefonanlagen bis hin zur Einrichtung von Datennetzwerken für Arztpraxen und Wireless LAN umfassten.

Später, beim alkoholfreien Sekt, bestätigt Alexander Johanns: „Von uns wird schon eine Menge erwartet. Wir müssen uns ständig weiterbilden. Und diese Bereitschaft erwarten wir auch von den jungen Leuten, die bei uns arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren.“

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