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Pressemitteilung vom 29.08.2016

Feier unter einer 70 Jahre alten Weide

Hengstaufzuchtgestüt Hunnesrück und Rainald-von-Dassel-Schule vereinbaren Kooperation – Ratifizierung mit Landrätin und Abgeordnetem

Pressefoto

Dassel Unter einer 70 Jahre alten Weide stehen Bleche mit Zucker- und Streuselkuchen, daneben Kannen mit Kaffee und Tee und jede Menge Flaschen mit Kaltgetränken; über den Köpfen der Schülerinnen und Schüler der Heinrich-von-Dassel-Schule und einer stattlichen Zahl an Ehrengästen kreisen in respektvollem Abstand einige Schwalben am knallblauen Himmel: Dieser Vormittag auf dem Innenhof des Niedersächsisches Hengstaufzuchtgestüt Hunnesrück in Dassel steht ganz im Zeichen der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen der Rainald-von-Dassel-Schule und dem Gestüt.

Die Schülerinnen und Schüler, so sieht es die Vereinbarung vor, sollen künftig durch Praktika und Betriebsbesichtigungen lernen, wie ein großer landwirtschaftlicher Betrieb funktioniert. Mindestens 150 Hengste werden hier derzeit großgezogen, dazu meist 40 Stuten und mehr. Wirtschaftlich noch bedeutsamer, so erläutert Betriebsleiter Michael Bertelmann, sind jedoch die mehr als 1.000 Hektar, die unter den Flug genommen werden. Knapp die Hälfte ist im Landesbesitz, die andere Hälfte wird für Landwirte in der Umgebung bewirtschaftet. So gelingt es dem Gestüt, durch Anbau und Vermarktung von Weizen, Raps und Mais ziemlich regelmäßig jährlich einen sechsstelligen Gewinn an die Landeskasse abzuführen.

Bei aller Wertschätzung der ökonomischen Bedeutung des Gestüts steht an diesem Vormittag die Lernpartnerschaft im Vordergrund, die Anna Wucherpfennig für die Bildungsregion Göttingen im Regionalverband Südniedersachsen initiiert hatte. Mit Verantwortlichen beider Seiten hatte die Studienrätin in den vergangenen sechs Monaten Einzelheiten der Kooperation erarbeitet. Gestüt und Schule sind jetzt „SchulBetriebe“ – eine Auszeichnung, die nunmehr mit Urkunde und Kunststoffschild dokumentiert wird.

Die mit dem Konzept „SchulBetrieb“ vom Regionalverband gestalteten Lernpartnerschaften genießen nach Einschätzung der Landrätin Astrid Klinkert-Kittel im Landkreis Northeim seit Jahren einen exzellenten Ruf. Die neue Kooperation werde dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler bereits ab der siebten Jahr-gangsstufe wichtige Einblicke in die betriebliche Abläufe erhielten. Diese Art der Berufsorientierung sei vor-bildlich und diene nicht zuletzt dazu, jungen Menschen zu vermitteln, dass es im Landkreis Northeim zahlreiche, höchst interessante Ausbildungs- und Arbeitsplätze gebe.

Der Northeimer Bundestagsabgeordnete Dr. Wilhelm Priesmeier – agrarpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion – stellte in seiner kurzen Ansprache heraus, dass das Konzept des SchulBetriebs bestens geeignet sei, jungen Leuten ein realistisches Bild der Landwirtschaft zu vermitteln. Häufig werde in der Öffentlichkeit ein Zerrbild bäuerlich Arbeit gezeichnet. Priesmeier: „Landwirtschaft hat Zukunft. Und es ist wichtig, dass sich insbesondere unsere jungen Leute damit kritisch und vorurteilsfrei auseinandersetzen.“

Die Schulleiterin Kerstin Voß und die Lehrerin Kathrin Brockmann stellten zum Abschluss der Veranstaltung in einer von Anna Wucherpfennig moderierten Diskus-sionsrunde Details der Planungen für die künftige Kooperation vor.

Derweil plätschert der mehr als einhundert Jahre alte Brunnen neben der majestätisch wirkenden Weide weiter vor sich hin – ein Vormittag neigt sich dem Ende zu, der bei Ehrengästen, Akteuren und Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.

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