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Pressemitteilung vom 13.09.2016

Viele Sprachniveaus in einer Klasse

Pädagogisches Forum der Bildungsregion Göttingen befasst sich auch mit Binnendifferenzierung – Vierzig Teilnehmer in der Arnoldi-Schule in Göttingen

VeranstaltungsfotoGöttingen. Selbst die spätsommerliche Hitze in den Räumen der Arnoldi-Schule in Göttingen vermochte die Diskussionsfreude der mehr als vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht abzukühlen. In dem Pädagogischen Forum „Sprachförderung“ der Bildungsregion Göttingen kreisten Vorträge und Diskussionsbeiträge um die Frage, wie zugewanderte junge Menschen in die Lage versetzt werden können, die schwierige „Fremdsprache Deutsch“ zu lernen.

Verantwortliche aus zehn Berufsbildenden Schulen der Region sowie Experten von Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer, Kommunen und Studienseminar tauschten sich an diesem Nachmittag über die sich in immer kürzeren Abständen ändernden Rahmenbedingungen für die Sprachförderung an Berufsbildenden Schulen aus.

Nach einer Begrüßung durch den Leiter der Arnoldi-Schule, Oberstudiendirektor Rainer Wiemann, stellten die Studienräte Anna Wucherpfennig und Lüder Sudmann das Konzept des Pädagogischen Forums vor. Silke Fastenrath und Ralf Emmermann vom Studienseminar Göttingen für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen erläuterten mit der Baukasten Lesediagnose, dem C-Test und FörMig-Bumerang sowie VERA-8 vier Diagnoseinstrumente für die Feststellung der Sprachkompetenzen von Schülerinnen und Schülern.

Die Textbeispiele, die sie dazu nutzten, schienen einigen der Forumsteilnehmern für ihre Klientel als zu anspruchsvoll - Silke Fastenrath und Ralf Emmermann machten jedoch deutlich, dass es Aufgabe der Pädagogen sei, die Texte zu modifizieren und damit der Schwierigkeitsgrad zu reduzieren. Beide Referenten erläuterten zudem die Möglichkeiten von Lehrern, mit den unterschiedlichen Kompetenzen der Schüler im Unterricht umzugehen – die Binnendifferenzierung gilt bei der Sprachförderung in Berufsbildenden Schulen als besondere Herausforderung.

Nachdem die Sozialarbeiterin Esther Brudermann das im Rahmen einer schulinternen Fortbildung (SchiLF) entwickelte Sprach- und Förderkonzept der BBS Duderstadt vorgestellt hatte, erläuterten Celine Biesenkamp und Kathrin Rhein für die Arbeitsagentur Göttingen die Möglichkeiten, die sich ab Oktober 2016 durch die Teilnahme an der betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) Betrieben und zugewandten Auszubildenden bieten. Die EQ ist eine besondere Art eines im Wesentlichen von der Arbeitsagentur finanzierten Praktikums, das den Jugendlichen die Chance bietet, Sprachkompetenzen im Betrieb zu entwickeln.

Dabei ist es den Betrieben freigestellt, die Mittel der Arbeitsagentur aufzustocken und die Jugendlichen damit finanziell besserzustellen. Celine Biesenkamp machte deutlich, dass die Arbeitsagentur bei der Auswahl der Betriebe sensibel vorgehen werde. So solle verhindert werden, dass der eine oder andere Arbeitgeber dank der eingesetzten öffentlichen Mittel das Programm missbrauchen könnte.

Von der IHK Hannover berichtete Sina Stahl über das Matching der Betriebe und Schulen bei der Akquise von Praktikumsplätzen im Landkreis Northeim. Sehr anschaulich zeigten zum Abschluss Isabelle Wolter und Hennig Strieben, welche Mittel die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen ihren Betrieben zur Kompetenzfeststellung in Praktika und Ausbildung zur Verfügung stellen.

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